„Ich nehme einfach meinen Lippenstift, male einen Kreis auf die Wangen und verreibe den. So habe ich dann auch gleich ein Rouge, praktisch oder?“ Gesagt – getan und zwei extreme Apfelbäckchen „schauten“ mich an.

Ja, vielleicht praktisch, aber vom Ergebnis her sage ich Dir: Tu es bitte nicht, so wie diese junge Dame, die ich einst traf. Stattdessen gebe ich Dir 5 Tipps, wie es besser geht und was Du beim Auftragen von Rouge beachten kannst.

Ein Wort vorweg

Rouge oder Blusher mein ein- und dasselbe und soll Deinem Gesicht Frische verleihen.

Rouge sollte die Linie zwischen Mundwinkel und äußerem Augenwinkel nicht überschreiten.

TIPP #1 Wähle die richtige Farbe

Die erste Hürde ist für viele, die richtige Farbe zu finden. Diese Hürde ist klein, wenn Du Deinen richtigen Farbtyp weißt und einen Farbpass besitzt. Der enthält nämlich nicht nur eine Auswahl Deiner Farben für die Bekleidung. Automatisch hast Du damit auch Deine Rouge- und Lippenstiftfarben.

Ich gebe Dir Beispiele: Kühltonige Typen haben Rosa- und Pinktöne in ihrem Farbspektrum. Also sollte das Rouge auch in diesen Farben daher kommen. Warmtonige Typen haben Apricot-, Pfirsichtöne, wähle hier also diese Farben. „Regina, ich weiß doch aber gar nicht meinen Farbtyp“. Natürlich kannst Du dann liebend gern eine Farbberatung bei mir buchen, aber zunächst einmal gilt: Wähle Rouge und Lippenstift aus einer Farbkategorie.

Fehler: Ungleiches Duo

Deine Rouge- und Lippenstiftfarbe passen nicht zusammen.

Tipp #2 Wähle das richtige „Werkzeug“

Fürs Auftragen nimmst Du entweder einen Rougepinsel, der ist oval + rund gebunden. Oder einen Konturenpinsel, der ist oval + schräg, gebauscht.

Fehler: Zu klein oder zu groß

Der mitgelieferte Rougepinsel in einem Rougekästchen ist nur eine Notlösung. Mit einem derart kleinem Pinselchen dauert das Auftragen viel zu lange.

Auf der anderen Seite darf der Pinsel nicht zu groß sein. Ich habe schon erlebt, dass der Puderpinsel als Rougepinsel benutzt wurde. Dadurch wird das Rouge schnell zu großflächig aufgetragen.

PS: Mein Pinsel ist schon ein wenig “ausgefranst” :=).

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Tipp #3 Wähle die richtige Konsistenz

Am verbreitetsten sind Puderrouge und Cremerouge. Letzteres findest Du als kompakte Creme in einem Döschen. Es schmilzt beim Kontakt mit der Haut und wird mit den Fingern in kreisenden Bewegungen aufgetragen. Durch den hohen Fettanteil ist es ideal für trockene Haut, aber dadurch nicht für ölige Haut geeignet. Man sollte das Rouge gleichmäßig auftragen können, sonst sieht es schnell scheckig aus. Ist die Haut nicht glatt und ebenmäßig, rate ich vom Cremerouge ab, denn hierdurch wird jede Unebenheit sichtbar. In welcher Reihenfolge wird es aufgetragen? Grundierung – Cremerouge – Puder.

Mein Favorit ist das Puderrouge, egal ob in loser und gepresster Form. Im Vergleich zum Cremerouge ist es haltbarer und lässt sich gleichmäßiger auftragen. Es ist für alle Hauttypen und auch ölige Haut ideal. Fehler lassen sich beim Puderrouge leichter ausgleichen. Reihenfolge des Auftragens: Grundierung – Puder – Puderrouge.

Tipp #4: Wähle die richtige Form

„Wo soll ich das Rouge denn bloß auftragen“ ist eine häufig gestellte Frage. Das hängt von Deiner Gesichtsform ab.

Grundsätzlich gilt: Soll das Gesicht verschmälert/verlängert werden, dann trage das Rouge in leicht senkrechter/schräger Richtung auf. Das verschmälert optisch. Oder soll das Gesicht verbreitert/verkürzt werden, dann trage das Rouge in waagerechter Richtung auf. Das verbreitert optisch.

Hast Du ein ovales Gesicht? Dann wähle hier ganz nach Deinem Geschmack.

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Ist Dein Gesicht schmal oder länglich? Dann trage Rouge waagerecht auf.

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Ist Dein Gesicht dreieckig? Dann trage Rouge wieder waagerecht auf.

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Ist Dein Gesicht rund? Dann trage Rouge senkrecht auf.

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Ist Dein Gesicht trapezförmig? Dann trage Rouge wieder senkrecht auf.

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Je nachdem, ob das eckige Gesicht klein oder großflächig ist, wählst Du entsprechend wieder die waagerechte (großes Gesicht), bzw. senkrechte Variante (kleines Gesicht).

Die zweite Variante ist, dass Du das Rouge unterhalb des Wangenknochens ansetzt, in dem Bereich zwischen Wangen- und Kieferknochen, siehe Abbildung.

In diesem Bereich wird am Ohr entlang eine kurze senkrechte Linie gezogen. Zur Nase hin verjüngt sich dann das Rouge. Nach dem Prinzip „dunkel lässt zurücktreten“, wird so der Eindruck einer Kuhle erzeugt und das Gesicht wirkt weicher.

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Tipp #5: Wähle die richtige Technik

Setze den Pinsel am Haaransatz oder Ohr an und ziehe das Rouge in Richtung Nase. Viele machen es genau umgekehrt, setzen auf dem Wangenknochen an und verstreichen dann in Richtung Ohr. Dabei droht die Gefahr, dass ungewollt Apfelbäckchen entstehen. Denn beim ersten Kontakt auf die Haut kommt die meiste Farbe darauf, selbst wenn Du das überschüssige Puder vorher abschlägst. Am Haaransatz/Ohr fällt das weniger auf als mitten im Gesicht.

Fehler: zu balkig

Rouge sollte nicht scharf abgegrenzt zu sehen sein, sondern verblendet werden. Hast Du vorab Grundierung verwendet? Dann verwische die Kanten, indem Du mit den Resten der Grundierung aus Deinem Grundierungspinsel oder Schwämmchen über die Kanten gehst. Ansonsten nimm Deine Finger und verreibe die Kanten ein wenig. Das garantiert nicht nur ein weicheres Aussehen, sondern wirkt weniger angemalt. – Und fertig.

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Ein Wort danach

Muss jeder Rouge verwenden? Natürlich nicht! Es macht sich zum Beispiel sehr gut, wenn man zur Blässe neigt und es gibt Frische.

Ist das Gegenteil der Fall, Du hast schon rosige Wangen, dann hast Du sozusagen von Natur aus Rouge.

Bei unregelmäßigen Rötungen sollten diese zunächst gut abgedeckt werden, wenn man Rouge verwenden möchte. Sonst wirkt es so, als habe man das Rouge unregelmäßig und großflächig aufgetragen.

PS: Du fragst Dich, welche Gesichtsform Du hast? Lies dazu meinen Blogbeitrag: “8 Gesichtsformen: Mit diesen Tipps findest Du auch Deine”.

PPS: Mir ist eine flüssige Lesbarkeit wichtig. Sämtliche Personenbezeichnungen beziehen sich deshalb auf alle Geschlechter.

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