Kann KI mich als Farbberaterin ersetzen?
Die KI analysiert schon jetzt mit den richtigen Apps Farbtyp und KI-Kombinationen und mich überkommt manchmal das fiese Gefühl: Ich werde gerade abgeschafft.
Denn worin ich immer gut war – den Farbtyp erkennen und harmonische Kombinationen finden – das kann jetzt angeblich jeder, mithilfe von Farbanalyse durch KI.
Meine Expertise ist also nichts Besonderes mehr? „Gute Farbanalysen durch KI” werden bald normal sein?
Das ist erst mal hart für mich – aber tatsächlich auch für alle anderen Farbberaterinnen da draußen.
Könnte sein, dass es bald so kommt: “Was, du lässt dich mit falschen Farben blicken und dann noch in diesem Bistro, wo dich alle sehen können? Das wirkt deplatziert, nachlässig, geradezu faul. Konntest du dir nicht wenigstens eine App holen?”
Wenn andere bald richtig gute Farbanalyse durch KI raushauen, Farbtyp und KI perfekt kombinieren, richtig professionelle Beratungen anbieten– wie habe ich dann überhaupt noch eine Chance?
Wie kann ich mich noch abheben?
Inhalt
Mein KI-Experiment
Farbtyp und KI: Pro
Farbtyp und KI: Contra
Kluge Gedanken teilen
Andere begeistern
Fazit

Farbanalyse durch KI: Mein kleines KI-Experiment (oder: Warum ich herzlich lachen musste)
Ich habe 4 Fotos von mir in eine KI hochgeladen. Hier ein Ergebnis:
Farbtyp-Einschätzung: Frühlingstyp (mild & warm)
- Warmer, weicher Gesichtsausdruck,
- Helle Augen und Haare ohne Kontraste,
- sanfte Ausstrahlung → passt gut zu warmen, klaren Tönen wie Apricot, Koralle, Goldgelb, Karamell usw.
Es könnte aber auch ein Herbst-Frühling sein (warm autumn) und ein Herbst-Sommer (soft autumn) wurde auch noch vermutet. Bei weiteren Farbanalysen stand durch KI stand: Augen: Klar und ruhig, schön definiert. Danke, sagt aber nichts über meinen Farbtyp aus. Drollig, ich musste echt lachen bei diesen Ausführungen. Und nebenbei noch: Die Farben vom Frühlingstyp sind nicht mild. Du kannst hier darüber lesen. Und einen Farbpass bekommst du hier.
Das Ergebnis aller 4 Analysen: Durchweg falsch und unpräzise – es wurde vermutet – egal, wie die Lichtverhältnisse auf den Fotos waren. Die natürlich eine große Rolle spielen.
Okay, dann habe ich mir die Analyse von zwei Personen angeschaut, die zwei verschiedene Apps verwendeten: Das Ergebnis: Nicht ganz so grottig wie bei mir, nahe dran, aber letztlich auch nicht korrekt.
Natürlich bin ich gut in dem, was ich tue. Aber KI wird sich weiterentwickeln und auch in diesem Bereich bald noch besser werden. Deshalb bin ich überzeugt: Wenn ich als Farbberaterin bestehen will, muss ich „anders gut” sein.
Noch mehr zu mir selbst stehend.
Noch persönlicher.
Ich nenne es: zutiefst menschlich.
Farbtyp und KI: Pro – Was spricht für KI in der Farbberatung?
Farbtyp und KI: Contra – Was KI niemals ersetzen kann
Aber hey – hier kommt das große ABER:
all das kann die Farbanalyse durch KI nicht!
Der Mensch ist aber für Beziehung gemacht.

Zutiefst menschlich ist, kluge Gedanken zu teilen
Gute Farbtipps gibt’s auf Knopfdruck. Die KI erzählt’s mir innerhalb von Sekunden!
Was sich aber meine Kundinnen und Kunden von mir wünschen dürfen:
Kluge Gedanken.
Orientierung.
- Dass ich für sie einordne, warum diese Farbe bei ihnen funktioniert und jene nicht.
- Warum Trendfarbe X keine gute Idee für ihren Typ ist und Klassiker Y völlig überbewertet.
- Dass ich meinen Kunden Nuancen zeige, die sie selbst noch nicht erkannt haben.
- Dass ich mit ihnen die Wirkung von Farben teile.
- Dass ich sie auf Details aufmerksam mache, die sie bislang übersehen haben und über die nicht jede App spricht.
- Dass ich gefärbte oder graue Haare berücksichtige, die Figur oder den Job.
- Dass ich ihnen meine Erfahrung, die eine KI (noch?) nicht hat, schenke.
Zutiefst menschlich ist, andere zu begeistern
Und wo wir gerade beim Thema Schenken sind: Ich schenke in meinem Newsletter immer wieder kleine Geschichten, die ich bei der Beratung erlebt habe.
Über Aha-Momente vor dem Spiegel.
Über Geschichten von Kundinnen und Kunden, die zu Herzen gehen, zum Lachen bringen oder zum Nachdenken. Die bleiben mir in Erinnerung. Und sie bereichern meine Arbeit so sehr, sodass es nicht nur ein Job ist. Den Farbtyp durch KI zu erstellen, wäre für mich als Beraterin aber eben nur ein Job.
Also, bitte bitte schenk anderen auch deine Geschichten. Das macht zutiefst menschlich. Kann dir KI helfen, diese Geschichten rüberzubringen? Logisch. Aber erzähle sie so, dass man die Echtheit spürt.

Fazit: Regina bleibt, Farbtyp und KI kann auch bleiben
Nach meinem kleinen KI-Experiment bin ich entspannter: Die Technik mag beeindruckend aussehen, aber sie ersetzt nicht das, was eine gute Farbberaterin ausmacht. Sie kann unterstützen, inspirieren, vielleicht sogar Vorarbeit leisten – aber die Magie der persönlichen Beratung? Die gibt’s nur bei uns Menschen.
Also: Lass die KI gerne Apps entwickeln und Algorithmen rechnen. Die reichen aber allein nicht aus. Ich bleibe dabei, was ich am besten kann: Mein Wissen und meine Erfahrungen weitergeben. Mit Humor, Herz und dem Blick für Details, die keine Maschine erkennt.
Und es ist toll, was ich bei der Farb- und Stilberatung schon alles erlebt habe. Das würde ich bei einer Farbanalyse durch KI nie erleben.
Die Zukunft gehört nicht der KI oder den Farbberaterinnen – sie gehört beiden. Aber mit uns Menschen fest am Steuer.