Sanduhr Figurtyp, Apfel oder Birne – Du hast vielleicht schon mal von dieser Einteilung gehört. Dabei gilt dann die Sanduhr als ideale Figurform. Aber halt – Du versuchst überhaupt erst einmal Deinen Figurtyp zu finden.

Hier erfährst Du, welche Figurtypen es gibt, was Du dabei ins rechte Licht rücken kannst und was Du besser vermeidest. Ich sage Dir aber gleich, nach Obst oder Buchstaben einzuordnen, ist nur ein erster Anhaltspunkt. Dabei wird auch klar, warum die Sanduhr oder X-Figur nicht das Nonplusultra sein muss. Du kannst Dich also entspannen, wenn Du jetzt schon weißt, dass Du sie nicht hast.

Inhalt Figurtyp Sanduhr – 5 weitere Figurtypen

#1: Kläre vorab: Verhältnis Schulter zur Hüfte

#2: Figurtyp Sanduhr oder der X-Typ

#3: Figurtyp Birne oder A-Typ

#4: Figurtyp Säule oder der H- und I-Typ

#5: Figurtyp Apfel oder der O-Typ

#6: Figurtyp Dreieck oder der V-Typ

#7: Figurtyp Sanduhr – Fazit

#1: Kläre vorab: Verhältnis Schulter zur Breite

Mein Tipp, bevor es so richtig losgeht: Miss die Breite Deiner Schultern im Vergleich zu Deiner Hüfte.

Damit es Dir leichter fällt, Deinen Figurtyp zu finden, hole ein Maßband oder etwas Ähnliches, mit dem Du ein Lot fällen kannst. Lege das Band hinten an den Schulterknochen. Achtung: das ist nicht außen am Arm. Sollte er nicht gut zu finden sein, bewege den Arm. An der Stelle, wo Du die Armbewegung außen an der Schulter spürst, sitzt Dein Schulterknochen.

Jetzt lässt Du das Maßband locker senkrecht herunterfallen:

  • Deine Hüfte ragt über das Maßband hinaus? Dann sind Deine Schultern schmaler als die Hüfte.

  • Maßband und Hüfte schließen miteinander ab? Dann sind Schultern und Hüfte gleich breit.

  • Ist noch Platz zwischen Maßband und Hüfte? Dann sind Deine Schultern breiter als Deine Hüfte.

 

Du brauchst hier nicht zu pingelig sein, es geht nicht um 1 cm. Sich von hinten im Spiegel zu betrachten, ist nicht immer so einfach. Mach es zusammen mit jemandem, mit dem Du Spaß hast.

Übrigens, wir denken hier in erster Linie an die Figurtypen für die Frau. Sie gelten genauso für den Mann.

#2: Figurtyp Sanduhr oder der X-Typ …

… siehst Du in der obigen Abbildung an vierter Stelle. Der Traum aller Frauen, diese ausgewogene und weiblich-kurvige Figur! Schultern und Hüften sind in etwa gleich breit, die Taille ist deutlich schmaler. Ober – und Unterkörper haben dieselbe Konfektionsgröße. Das erleichtert Dir das Einkaufen. Dein großes Pfand ist Deine Taille. Nutze das, indem Du den Blick auf sie ziehst durch:

  • Konzentriere Dich auf taillierte Bekleidung: Blusen, Shirts, Pullover, Kleider, Jacken, Mäntel. Denn wenn Du gerade, herunterhängende Oberteile trägst, verhüllst Du damit Deinen Pluspunkt. Deine Figur erscheint damit viel formloser als sie ist – wie schade.
  • In der Taille, also hoch sitzende Gürtel. Denke auch an doppelt gebundene Gürtel oder sogar zwei verschiedene Gürtel neben- oder ineinander. Trau Dich auch an auffällige Farben heran.

  • Statt Gürtel experimentiere mit Kordeln, Tüchern, Schärpen.

  • Wähle auffällige Gürtelschnallen, wenn Du magst.

  • Oder einen Tunnelzug in der Taille.

  • Hoch geschnittene Hosen. Steckst Du Oberteile in die Hose, wird der Blick noch mehr auf die Taille gelenkt. Allerdings macht sich dies am besten bei einem flachen Bauch.

  • Lange Ketten, die auf Taillenhöhe enden. Dafür solltest Du aber groß genug sein. Die Länge der Kette darf Dich in der gesamten Erscheinung nicht stauchen.

  • Umhängetaschen mit kurzen Henkeln, die auf Taillenhöhe enden. Dafür sollte Deine Brust nicht so groß sein, wenn Du diese nicht weiter betonen möchtest. Auch werden Schultern und kräftige Oberarme hierdurch betont.

Die Sanduhr-Figur oder X-Form kann selbstverständlich breite Schultern und breite Hüften haben. Die Definition dieses Figurtyps besagt ja nur, dass beides auf einer Höhe ist.

#3: Figurtyp Birne oder Der A-Typ …

… siehst Du in der Abbildung an dritter Stelle. Schultern sind schmaler als die Hüften. Wie beim Figurentyp Sanduhr ist auch hier die Taille meist die schmalste Stelle. Sind Schultern und Hüfte sehr unterschiedlich breit, haben Ober- und Unterkörper nicht dieselbe Konfektionsgröße. Das erschwert Dir leider das Einkaufen. Deine Spielwiese ist Dein Oberkörper. Nutze das, indem Du hier betonst und den Blick nach oben lenkst durch:

  • gemusterte Oberteile, lebhafte Farben.

  • Oberteile, die heller sind als Hose oder Rock.

  • Sorge für Ausgleich an den Schultern. Verbreitere sie optisch durch einen U-Boot- oder Carmenausschnitt, angekräuselte Ärmel (es muss kein ausgesprochener Puffärmel sein!), Flügelärmel, Schulterklappen, übergroße Kragen oder Kapuzen, die die Ärmel mit zusätzlichem Material bedecken. Deswegen sind Kragen auch besser als kragenlos.
  • Oberteile, Blazer sollten oberhalb der Hüfte enden, also kürzer sein. Möchtest Du aber lieber Deine Hüfte bedecken, dann wähle für das Oberteil eine ähnliche oder gleiche Farbe wie Hose oder Rock. Wahrscheinlich merkst Du es schon: Hier ist ein Anzug oder ein Kostüm viel besser als die Kombination. Es ist besser in diesem Bereich unifarben oder Ton in Ton zu bleiben, damit Du keinen Hingucker erzeugst.
  • Achte auf die Länge Deiner Umhängetaschen. Wo enden sie? Sie sollten eben nicht an der Hüfte enden, sondern kürzer sein.
  • Coole Kette oder schöner Schal? Wähle Accessoires am Oberkörper, die richtige Köder sind. Trägst Du eine Brille? Dann wähle sie als Blickfang und nicht nur als reine Sehhilfe. Genauso mit Make-up und Frisur. Ein Lippenstift kann dabei zu Deinem Markenzeichen werden.

Und wie sieht es mit den Schuhen aus? Ein kleiner Absatz streckt das Bein, er darf auch gern etwas höher sein. Wichtig ist, dass der Schuh standfest wirkt durch Sohle und Absatz. (Also nicht zu filigran ist.) So stellst Du eine Balance zur Hüfte her. Ein Blockabsatz ist also viel besser als ein Pfennigabsatz.

Demgegenüber kaschiere Deine Hüftpartie durch:

  • schlichte Hosen oder Röcke.

  • Hosen oder Röcke, die dunkler sind als die Oberteile.

  • Röcke in leichter (!) A-Form. Der Rock verbreitert sich also nach unten hin. Dies kaschiert wunderbar kräftige Oberschenkel.

  • Hosen in H-Form also gerade geschnitten.

  • Und wie oben schon erwähnt: Vermeide unbedingt einen Farbübergang in dem ganzen Bereich der Hüfte. Enden hier Blazer, Jacken, usw. dann sollten sie dieselbe Farbe wie Deine Hose oder Rock haben

#4: Figurtyp Säule oder der H und I-Typ…

… siehst Du in der Abbildung an letzter Stelle. Und in der schmalen Variante als I-Typ an erster Stelle. Schultern, Taille und Hüfte sind mehr oder weniger gleich breit. Gehörst Du hierzu, dann hast Du keine ausgeprägte Taille, bist von oben bis unten gerade. Das ist somit der Unterschied zum Figurtyp Sanduhr. Stark taillierte Bekleidung klappt hier nicht. Wähle also Oberteile genauso in der H-Form.

Ich möchte Dir nicht vorenthalten, wie man eine Taille andeuten kann, (siehe unten), aber versuche es nicht krampfhaft. Konzentriere Dich auf Deine Pluspunkte:

  • Ist es Dein Haar, Dein Gesicht? Dann lenke den Blick hierhin.

  • Ist es Deine schmale Hüfte? Dann trägst Du Gürtel tiefer. Und eben nicht in der Taille, sondern auf der Hüfte, wie man sagt. (Auch wenn das anatomisch gesehen der Beckenkamm ist.)

  • Sind es Deine Beine? Glückwunsch! Zieh nicht immer nur Hosen an. Zeig her, was Du hast und entscheide Dich für Kleider und Röcke. Sind Deine Beine lang und schlank? Glaub mir, Du wirst um sie beneidet. Dann bist Du diejenige, die Hosen in weiter H-Form richtig, richtig tragen kann. Bei allen anderen trägt es auf und die meisten wollen nur das nicht.

  • Lass es krachen bei farbigen Strümpfen und Schuhen. Beides können Deine favorisierten Accessoires werden. Schuhe sind dann nicht nur eine Fußbedeckung, damit Du nicht nackt auf das Pflaster trittst. Statt Schwarz oder Braun nimm Rot, Grün, Lila oder welche lebhafte Farbe Du auch immer schön findest.

 

Eine Taille kannst Du andeuten durch:

  • Ein Oberteil, das durch Puff- oder Flügelärmel wie ein V wirkt. So erscheint die Taille schmaler als die Schultern.

  • Ein dunkler Gürtel in Taillenhöhe zur helleren Bekleidung. Auch das deutet eine Taille an, da „dunkel“ optisch zurücktritt.

  • Eine Halbkreisform auf Taillenhöhe durch Nähte oder Farben.

  • Bekleidung, die im Taillenbereich ausgeprägten Falten oder Nähte in X-Form hat.

  • Raffe ein weiter geschnittenes Oberteil durch einen Gürtel zusammen.

 

Diese Gürtelvariante ist die einfachste. Wie Du sicherlich merkst, ist alles andere speziell. Also, bleib locker, steh zu Deiner Figur. Taille ist auch nicht alles und liebe Deinen Pluspunkt.

#5: Figurtyp Apfel oder der O-Typ …

…siehst Du in der Abbildung an fünfter Stelle. Der ganze Oberkörper ist rund und erinnert eben an einen Apfel. Ist beim Figurtyp Sanduhr die Taille das große Plus, sind es hier meist die Beine. Also konzentriere Dich auf sie.

Lenke den Blick auf Deine Beine:

  • durch gemusterte Hosen oder Röcke oder in lebhaften Farben.

  • Zeig Deine Beine durch schmal geschnittene Hosen. Du bist der Typ für Skinnies! Zeig sie vor allem auch durch Röcke und Kleider. Die dürfen so kurz sein, dass es gerade noch anständig ist :=).

  • Wieder kommen Strümpfe und Schuhe als Accessoires ins Spiel, also als Hingucker durch Muster oder Farbe. Schuhe mit stärkerer Sohle und Blockabsatz sorgen für eine optische Standfestigkeit. Lass deshalb die Finger von “Schühchen“ wie Ballerinas.

 

Demgegenüber kaschiere Deinen Oberkörper durch:

  • schlichte, einfarbige Oberteile.

  • Oberteile, die dunkler sind als Hose oder Rock.

  • Tiefere V-Ausschnitte strecken. Hochgeschlossene Oberteile hingegen wirken stauchend.

  • Vermeide aufgesetzte Taschen, die volumig sind, Gürtel in der Taille, Blickfänge wie Tücher oder Ketten.

  • Lass die Oberteile locker über Hose oder Rock fallen, das verlängert optisch den Oberkörper und streckt. Vermeide also auch kurze Oberteile.

  • Umhängetaschen enden bei Dir dort, wo Deine Figur schmaler wird.

Also, ein schlichtes, dunkleres und längeres Oberteil zur schmalen, helleren Hose mit bunten Schuhen kombiniert. Perfekt!

#6: Figurtyp Dreieck oder der V- Typ…

…siehst Du in der Abbildung an zweiter Stelle. Schultern sind deutlich breiter als die Hüfte. Becken, Hüfte, Beine sind schlank, d.h. hier spielt wieder die Musik. Dazu konntest Du schon etwas bei dem vorherigen O-Typ lesen.

Was Du noch tun kannst:

  • Wähle Hosen und Röcke in V-Form. Röcke natürlich mit Schlitz, damit Du bequem gehen kannst. Du bist der Typ für den Bleistiftrock und insgesamt der Rock-Star! Denn: Sind Becken und Hüfte sehr schmal, wirst Du Dich mit einem Rock leichter tun als mit einer Hose. Einen Rock kannst Du so eng wählen, dass es am Bündchen passt. Bei einer Hose funktioniert das oft nicht. Auch wenn Du diese am Bündchen abnähen lässt, kann es sein, dass es trotzdem nicht richtig sitzt.

  • Vermeide eine Schulterbetonung durch Schulterpolster, Flügelärmel, Schulterklappen, eine Schulterpasse, quer verlaufende Ausschnitte, eine helle Schulterpartie, ausladende Kragen oder Kapuzen. Wähle tiefe V-Ausschnitte und längere Umhängetaschen. Beides wirkt streckend.

#7: Figurtyp Sanduhr – Fazit

Wie schon oben erwähnt, gilt die Sanduhr-Figur als ideal. Aber ist das wirklich so? Jemand mit dieser X-Figur kann abfallende Schultern haben oder sehr gerade, einen kräftigen Hals oder einen kurzen, enorme Oberweite oder fast keine.

Jemand mit einer H-Figur kann unterschiedlich breit sein und ist immer noch eine H-Figur. Ist der Bauch flach oder gibt es eine Wölbung? Wie ist es mit der Länge der Beine? Die können kurz oder lang sein. Knie, Wade und Fessel – wie ausgeprägt sind die?

Das und noch mehr wird bei meiner Figuranalyse, und dann bei der Stilberatung, berücksichtigt.

Die bloße Einteilung in eine Figurform reicht also nicht, wäre viel zu schematisch. Sie ist ein Anhaltspunkt. Es ist eben nicht so, dass man zig Menschen in nur 5 Schubladen packen kann und es dann noch passt.

Wenn Du jetzt noch rauskriegen willst, wie Deine Gesichtsform ist, dann schau mal hier.

PS: Vielleicht hast Du Dich gefragt, wo man die obige Abbildung bekommt. Die gibt es als Poster in unserem Shop: color-style.com

Du hast Fragen zu Deiner Figur und hättest gern noch weitere Stil-Tipps? Dann buche eine Stilberatung.

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