„Ich würde gern ein Kleid tragen, aber ich weiß nicht, welche Länge mir steht“. Wieder so ein Satz, den ich bei der Stilberatung häufig höre. Und der ist natürlich sehr berechtigt. Deshalb zeige ich Dir, worauf es ankommt und gebe Dir 7 Tipps dazu. Denn ich behaupte: Für jede Frau gibt es mindestens eine passende Rocklänge. Für jede!

Und wenn ich von Rocklänge rede, dann meine ich die Länge für Kleider, Röcke und kürzere Hosen.

Ein Wort vorweg

Klären wir doch erst einmal, welche Rocklängen ich unterscheide. Und wenn ich von Rocklänge rede, dann meine ich die Länge für Kleider, Röcke und kürzere Hosen.

  • Supermini.

  • Mini als handbreit über dem Knie.

  • Direkt über dem Knie.

  • Halbes Knie, Lady-Mini: Italienische Länge.

  • Direkt unter dem Knie.

  • Beginn der Wade, d.h. kniebedeckt plus 2-3 Finger (quer) tiefer.

  • Mitte der Wade, Midi.

  • Dreiviertel-Länge (¾-el), d.h. direkt unter der Wade

  • Siebenachtel-Länge (7/8-el): ca. 2-Fingerbreit über dem Knöchel.

  • Knöchellang, bzw. -bedeckt, Maxi.

Stell Dich mit einem knöchellangen Rock vor einen großen Spiegel und schau Dir Deine Beine genau an. Und wenn Du so einen Rock oder Kleid nicht hast, dann nimm stattdessen ein langes Handtuch.

Wie sind Fesseln, Waden, Knie und Oberschenkel ausgeprägt? Schlank, normal, kräftig? Halte nun den Rock oder das Tuch der Länge nach vor Deine Beine und ziehe es Stück für Stück hoch. Damit stellst Du die einzelnen Rocklängen dar.

Ziehe das Handtuch immer wieder hoch und runter und vergleiche so die verschiedene Wirkung. Wichtig ist, dass Du dabei nicht nur auf Deine Beine schaust, sondern Dich insgesamt ansiehst.

Tipp #1

Querlinien verbreitern. Sind Fesseln und Wade kräftig und das Kleid endet genau hier, so werden Wade und Fessel noch weiter betont. Bei einer kräftigen Wade ist es meist nicht nur eine einzige Länge, die ungünstig betont, sondern es kann der ganze Bereich der Wade sein. Dann lass das Kleid lieber tiefer oder höher enden.

Tipp #2

Eine Länge, die sehr häufig geht, ist direkt unter dem Knie. Denn in der Regel verschmälert sich das Bein an dieser Stelle und es ist günstig, das Kleid hier enden zu lassen. Schau mal, ob Du hier nicht auch einen kleinen Einschnitt oder Knick hast.

Tipp #3

Endet das Kleid direkt über dem Knie, wird ein kräftiges Knie betont. Es kann durchaus sein, dass der sich anschließende Teil des Oberschenkels zunächst schlanker ist als das Knie.

Um dieses nicht weiter zu betonen, sollte das Kleid etwas tiefer enden (Mitte Knie oder direkt darunter) oder etwas kürzer sein. Damit könnte dann die Länge „Handbreit über dem Knie“ (das sind 4 Finger quer gehalten) eine günstige Länge für Dich sein. Und das kommt häufig vor.

Tipp #4

Lange Längen stauchen, d.h. verkürzen. Das gilt mindestens für alle Längen unterhalb der Wade. Dies ist natürlich per se nicht negativ, kann aber eine Rolle spielen,

  • wenn man insgesamt klein ist (unter 1,64 m).

  • Oder wenn die Beine kurz sind

  • oder wenn der Unterschenkel im Vergleich zum Oberschenkel deutlich kürzer ist. Das kann selbst bei langen Beinen der Fall sein.

Jetzt kommt es darauf an, ob es Dir wichtig ist, größer zu wirken oder ob es Dir egal ist.

Auf jeden Fall kannst Du dem mit Absätzen entgegenwirken. Oder Du achtest auf eine senkrechte Linie bei Deinem Kleid, wie Schlitze, Nähte, Streifen. Die wirkt der verkürzenden Wirkung wieder entgegen.

Tipp #5

Ist die Rocklänge nicht ideal, macht es sich gut, wenn Strümpfe die gleiche Farbe haben wie der untere Bereich vom Kleid. So fällt weniger auf, dass das Ende des Kleides (die Querlinie) auf einer nicht so idealen Höhe endet.

Tipp #6

Noch ein Wort zum Supermini: Die Beine, das Alter und das Umfeld sollten dazu passen.

Tipp #7

Mitte der Wade ist eine der ungünstigsten Längen, aber wird seit einiger Zeit von der Modeindustrie gepuscht. Mach keine Mode mit, wenn es weder zu Deiner Figur noch Deinem Geschmack passt, nur weil es gerade „in“ ist. Es geht um Dich, um Deinen Stil und nicht um, was „man“ gerade trägt (oder tragen soll).

Ein Wort danach

Natürlich gilt es, individuell abzuwägen. Zum Beispiel: Du bist klein und Deine Beine sind allgemein kräftig. Hier kann es sein, dass Du Dich viel wohler fühlst, auf lange Längen zu gehen. Dann pfeif’ auf die stauchende Wirkung und tue es.

PS: Mir ist eine flüssige Lesbarkeit wichtig. Sämtliche Personenbezeichnungen beziehen sich deshalb auf alle Geschlechter.

Du bist Dir noch unsicher mit Deinen Rocklängen? Dann buche eine Stilberatung bei mir in Hamburg oder online.