5 Einwände und meine Tipps, um diese zu entkräften.

Du glaubst nicht, wie oft ich diesen Satz bei einer Stilberatung schon gehört habe: „Kleider sind unpraktisch“. Ich liebe Hosen UND ich bin ein Fan von Kleidern. Welches Oberteil wähle ich zu dieser Hose? Brauche ich mir nicht mehr zu überlegen. Der Hosenbund kneift, weil ich gerade ausgiebig geschlemmt habe? Kein Problem bei einem Kleid. Jedenfalls nicht, solange es kein Schlauch ist.

In diesem Blogbeitrag räume ich mit 10 Mythen zu Kleidern auf. Und ich behaupte: Jede Frau kann ein Kleid tragen, wirklich jede. Mit einem Kleid ist man „einfach angezogen“.

Einwand #1: „Kleider sind unpraktisch“.

Wichtig ist, dass das Kleid nicht zu eng anliegt. Wenn Du es anprobierst, dann stehe nicht nur vor dem Spiegel, sondern gehe, drehe, setze und recke Dich damit. Gehe von mir aus in die Hocke. Und ziehe den Bauch nicht ein!

Macht es Deine Bewegungen mit, ohne zu spannen? Kannst Du noch ein Shirt darunter ziehen? Dann spüre doch mal bewusst, dass Deine Beine nicht von einer Hose umschlossen werden. Oder dass sich kein Hosenbund an den Bauch legt. Für mich fühlt sich das immer wunderbar frei an (und ich trage kein Schlabberlook.)

Bei einer Figur, an der Du nichts an Dir ausgeprägt findest, ist es egal, welche Silhouette Du wählst. Hier gehst Du ganz nach Deinem Geschmack. Mit Silhouette meine ich, wie das Kleid geschnitten ist, ob gerade, tailliert, nach unten ausgestellt oder enger.

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Einwand #2: „Mit Kleidern kann man nicht Fahrrad fahren“.

Zugegeben, ich würde keine Radtour im Kleid antreten. Ansonsten geht es so: Wähle ein Kleid mit einem etwas weiter ausgestelltem Rockteil und schon kannst Du kräftig in die Pedale treten. Ist es dann noch lang genug, um so besser. Ist es kurz, kann es leicht hochrutschen. Hast Du etwas zum Überziehen dabei? Dann schlinge es beim Fahren um Deine Taille, mit den Ärmeln nach hinten.

 

Einwand #3: „Meine Beine sind unansehnlich. Sie sind nicht zum Anschauen gemacht“.

Was ist es genau? Narben, Adern? Dass man die nicht sieht, wenn Du eine Strumpfhose/Legging trägst, wusstest Du schon vorher. Aber was macht man, wenn es dafür zu warm ist? Kennst Du Camouflage? Das ist eine abdeckende Paste, ähnlich wie Make-up, nur viel deckender. Baden gehen kannst Du damit auch, denn sie ist nicht wasserlöslich. Deshalb brauchst Du eine entsprechende Abschminke.

Du findest Deine Waden oder Fesseln zu kräftig? Setze Dich entspannt in ein Café und lass reihenweise andere Frauen an Dir vorbeiziehen. Und dann schau mal, ob Du nicht in großer Gesellschaft bist. Kräftige Waden sind nun wirklich kein Einzelfall. Du kannst mir jetzt entgegnen, dass es bei anderen okay ist, aber Dich bei Dir stört. Sind damit alle Frauen mit kräftigen Waden unattraktiv, gar unansehnlich? Ich glaube nicht, dass Du das jetzt bejahst. Also, sei gnädig mit Dir selbst und stehe zu Dir! Bitte.

Und wenn Dich das noch nicht überzeugt hat? Dann wähle ein Kleid, das lang genug ist.

Einwand #4: „In einem Kleid friert man“.

Frierst Du am Oberkörper? Dann ziehe ein Shirt oder sogar Thermo-Unterwäsche darunter. Frierst Du an den Beinen? Strumpfhosen gibt es in verschiedenen Stärken und es gibt auch Thermo-Leggings. Und dann gibt es bei Wind und Wetter noch die Langschaftstiefel dazu. Eine Legging zu nehmen ist flexibel als eine Strumpfhose. Du kannst jeden Tag frische Socken oder Strümpfe nehmen. Eine Legging kannst Du schon länger tragen als einen Tag. Das machst Du doch mit einer Hose auch, oder?

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Einwand #5: „Ich habe kräftige Oberschenkel. Beim Kleid reiben die aneinander, bei der Hose nicht“.

Stimmt, bei einer Hose reibt der Stoff aneinander und nicht die Haut. Was gerade im Sommer, wenn wir ohne Strumpfhosen gehen, unangenehm werden kann. Die Lösung ist eine Miederhose, die den Anfang Deines Beines bedeckt. Der glatte Stoff sorgt außerdem dafür, dass er nicht aneinander reibt, sondern gleitet.

Einwand #6: „Ich habe eine mollige Mitte. Die kann ich bei einem Kleid doch nicht verstecken“.

Eindeutige Antwort: Doch. Wähle ein Kleid, das locker sitzt und in der Mitte gerafft ist. Dadurch ergeben sich Falten im Stoff, die wunderbar kaschieren, weil der Stoff eben nicht mehr eng anliegt.

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Einwand #7: „Ich habe und will keinen langen Mantel, der das Kleid bedeckt“.

Musst Du auch nicht. Die Regel, dass ein Mantel das Kleid bedeckt, ist ein alter Hut. Heutzutage kann das Kleid gern aus Mantel oder Jacke herausschauen.

 

Einwand #8: „Zum Kleid passen doch nur hohe Schuhe. Und die trage ich nicht“.

Weit gefehlt. Du kannst stattdessen mit Ballerinas, flache Sandaletten, Schnürschuhe, Stiefeletten oder Langschaftstiefel kombinieren. Je nach Deinem Geschmack und Außentemperatur.

 

Einwand #9: „Ich schwitze schnell mal. Da muss ich dann gleich das ganze Kleid waschen“.

Das würde mich allerdings auch nerven: Nur einen halben Tag getragen und zack, ist das Kleid durch. Ich ziehe ein T-Shirt darunter, das ich leicht wechseln kann. Das „schont“ den Stoff des Kleides. Manchmal benutze ich auch Achselschoner, kleine Stoff-Dreiecke, die man innen ansteckt. Zugegeben, das ist ein wenig Fummelei. Aber hat man einmal die richtige Postion gefunden, lässt es sich beim nächsten Mal schon viel leichter anstecken.

 

Einwand #10: „Zu einer Hose habe ich zig Oberteile. Da kann ich variieren. Aber mit einem Kleid bin ich festgelegt“.

Ich behaupte, mit einem Kleid kann man großartig kombinieren. Je nach Wetterlage kannst Du ein Kurzarm- oder Langarm-Shirt darunter anziehen. Und eine Bluse geht natürlich auch. Dann schau mal in Deinen Schrank, was Du zum Drüberziehen hast. Kurze Strickjacke, lange Strickjacke oder ein Strickmantel, Blazer aus Strick oder einem anderen weichen Stoff, ist schließlich für Innen gedacht und soll bequem sein. Bolero oder eine legere Bluse, die man offen lässt. Irgendetwas von all diesem ist doch meisten vorhanden. Und dann kombiniere das zum Kleid, ganz nach Deinem Stil.

Ein Wort danach:

Dein Einwand ist nicht dabei? Dann schreibe mir unter rm@kolibri-image.com.

Konnte ich Dich ermutigen zum Kleid? Zumindest dazu, dass Du sie einfach mal anprobierst, ohne den Druck, eines kaufen zu müssen? Du weißt, Du musst hier gar nichts. Probiere es, bewege Dich darin, schau Dich im Spiegel an und dann kannst Du es auch getrost zurückhängen. Mach es beim nächsten Mal wieder so. In diesen kleinen Schritten kannst Du Dich langsam an ein Kleid gewöhnen. Und dann kommt vielleicht der Zeitpunkt, wo Du eines aus Überzeugung kaufst. Und eben nicht aus einem, „ich sollte, müsste…“. Ob Du jemals eines kaufst, bleibt Deine Entscheidung. Aber schade fände ich, wenn Du von den tollen Möglichkeiten nichts weißt. Wenn Du sie dann auch noch nutzt, um so besser.

PS: Mir ist eine flüssige Lesbarkeit wichtig. Sämtliche Personenbezeichnungen beziehen sich deshalb auf alle Geschlechter.

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