“Das trägt man jetzt so” ist einer der größten klassischen Fehler in der Stilberatung und lässt sich in diesem einen Satz zusammenfassen.

Den Spruch bekam ich ganz am Anfang von meiner Schwiegermutter. Sie meinte es gut und wollte mir helfen. Heute ist das ein Insider zwischen meinem Mann und mir. Wir lachen jedes Mal herzlich darüber – ein echtes Stück Schwiegermutter-Latein.

Klingt harmlos, aber Hand aufs Herz: Solche Sätze sind pures Gift für eine gelungene Stilberatung. Denn Stil ist niemals pauschal und schon gar nicht ein „Das trägt man jetzt so“.

Und genau deshalb gilt: Bloß kein Schubladendenken! Denn das ist einer der typischen Fehler in der Stilberatung.

Hier sind die 6 klassischen Fallen, in die man als Beraterin – oder auch als Kundin – tappen kann:

Inhalt

  1. Klassische Fehler in der Stilberatung: Nur Trends im Kopf haben
  2. Nur nach der Figur gehen
  3. Klassische Fehler in der Stilberatung: Nur für den großen Auftritt
  4. Accessoires vergessen
  5. Klassische Fehler in der Stilberatung: Geschmack überstülpen
  6. Sich an einem Ideal festbeißen

1. Klassischer Fehler in der Stilberatung: Nur Trends im Kopf haben

Er begegnet mir immer wieder: Das ist der klassische Fehler in der Stilberatung. Du konzentrierst dich zu sehr auf das, was die Modeindustrie vorgibt.

“Die Mode wechselt, der Stil bleibt“, sagte einst Yves Saint Laurent. Recht hat er, denn Stil ist zeitlos. Und individuell.

Als Beispiel: Die Modeindustrie sagt: Hauteng ist in – aber deine Figur sagt nein dazu? Dann lass es.

Momentan ist Leomuster einer der Trends schlechthin. Du denkst: “Leo in der Natur? Großartig. Majestätisch, wild, faszinierend. Aber Leo als Kleidungsstück? Nein, danke”. Dann spar dir das.

Klammerst du dich ausschließlich an Trends, verlierst du den Blick für das, was dir wirklich guttut.

“Ich bin doch kein fashion victim”, sagte einst Karl Lagerfeld.

Stilpass Styleguide

2. Nur nach Figur gehen

Stil entsteht nicht zufällig – er basiert immer auf drei Säulen: deiner Figur, deinem Geschmack und deinem Alltag. Ob Business-Meeting, Kinderwagen-Schieben, ein besonderer Anlass oder sonst etwas – erst wenn ich diese drei Punkte mit dir kläre, kann die eigentliche Stilberatung beginnen.

Und genau darin liegt der Unterschied: Es geht nicht um eine einzelne Kategorie, sondern darum, alle drei Säulen individuell für dich zusammenzuführen.

Klar, Begriffe wie „Apfel“ oder „Birne“ sind bekannt – aber diese Schublade greift viel zu kurz und wäre damit wieder ein klassischer Fehler der Stilberatung.

Es geht darum, dich in deiner Gesamtheit zu erfassen – Persönlichkeit inklusive.

Du willst eine Stilberatung, die dich mit all deinen drei Säulen sieht? Dann schau mal hier.

3. Klassischer Fehler in der Stilberatung: Nur für den großen Auftritt

Der nächste klassische Fehler der Stilberatung geht in dieselbe Richtung: Wer den Alltag nicht berücksichtigt, berät an der Realität vorbei. Stil ist schließlich nicht nur Gala oder Party. Er zeigt sich auch in Freizeit, Homeoffice oder Büro.

Wie schade wäre es, wenn du nur auf Hochzeiten zum Stil-Feuerwerk wirst – und an den restlichen 364 Tagen im Jahr dein Potenzial im Schrank hängen lässt?

4. Accessoires vergessen

Schuhe, Taschen, Schmuck – sie sind das berühmte i-Tüpfelchen. Wenn du sie außen vorlässt, verschenkst du die halbe Miete. Denn Accessoires sind wie die Würze im Outfit: Ohne sie schmeckt alles fad, mit ihnen bekommt dein Look Persönlichkeit.

Das eintönigste Outfit kann mit dem einen besonderen Accessoire plötzlich zur Bombe werden. Und das Beste daran: Mit ein und demselben Outfit kannst du durch verschiedene Accessoires völlig unterschiedliche Stimmungen erzeugen – mal lässig, mal elegant, mal businesstauglich. Hier habe ich ausführlich dazu geschrieben.

Gerade wenn du Wert darauf legst, nicht Unmengen an Kleidung zu besitzen, sind Accessoires dein Gamechanger. Stichwort: Capsule Wardrobe. Mit ein paar gezielt eingesetzten Teilen holst du dir Abwechslung in den Alltag, ohne deinen Kleiderschrank zu überfrachten.

Kleines Beispiel: schwarzes Kleid + Sneaker + Denim-Jacke vs. schwarzes Kleid + Pumps + Clutch.

5. Klassische Fehler in der Stilberatung: Eigenen Geschmack überstülpen

„Also ich würde das nie tragen” sagt deine beste Freundin. Spielt aber keine Rolle. Es geht nicht darum, was deine Freundin, deine Mutter oder auch eine Beraterin findet. Es geht darum, was du als Kundin oder Kunde brauchst. Es ist leider ein ständiger und damit wieder klassischer Fehler bei der Stilberatung, dass andere ihren Geschmack überstülpen wollen.

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6. Sich an einem Ideal festbeißen

Einer der größten Fehler der Stilberatung: Jemand sein wollen, der man nicht ist – und nie sein wird. Jemand, der nicht zum eigenen Körper oder zur eigenen Persönlichkeit passt.

Das führt nur dazu, dass man ständig einem Phantom hinterherrennt – und dabei unzufrieden bleibt.

Klar, es ist nicht immer leicht, eine Fantasie loszulassen.

Aber zu lernen, zu sich selbst zu stehen, bringt am Ende viel mehr: innere Ruhe und Gelassenheit. Weißt du, wie attraktiv Menschen mit innerem Frieden sind? Sie sind für mich eine einzige Wohltat.

Ohne ein Gespür für den eigenen Stil kauft man oft impulsiv Kleidung, die nicht zum Rest der Garderobe passt. Schlimmer finde ich noch, wenn sie gar nicht zu dir passt.

Kleidung wirkt nämlich nur dann, wenn du dich darin wohlfühlst, mit einem inneren JA dazu. Sonst ist es Verkleidung. Und am Ende hängt Vieles ungetragen im Schrank.

Deshalb finde raus, was zu dir passt, und mach den Stiltest.

Stiltyp

Fazit:

Stil entwickeln ist ein Prozess – und deshalb ist Stilberatung weit mehr als nur schöne Outfits.

Es geht auch um Fragen wie: Wer bin ich – und wer will ich (realistisch) sein?

Und klar: Neue Ideen brauchen Zeit, um sich einzuspielen. Und, Hand aufs Herz, auch ein Budget.

Die Fehler in der Stilberatung passieren meistens dann, wenn man vorschnell etwas kauft, sich die Erwartungen anderer überstülpen lässt oder zu einseitig denkt – und dadurch Neues gar nicht erst zulässt.

Eine gute Beratung dagegen ist wie ein kluger Blick in den Spiegel: ehrlich, wertschätzend – und immer wieder überraschend.

Fotos: Regina Maass, KI