Zu dunkel, zu dick, zu teuer – man kann einige Fehler beim Make-up machen. Doch die halbe Miete für ein frisches Aussehen, ist das Make-up oder genauer gesagt, die Grundierung. Deshalb gebe ich Dir 7 Tipps, wie sie Dir zur Lust, statt zur Last wird.
Ein Wort vorweg
Wenn wir von Make-up reden, dann ist in der Regel die Grundierung oder Foundation gemeint. Denn genau genommen meint „Make-up“ aber nicht nur das, sondern auch geschminkte Augen, Lippen und Rouge.
„Make-up verstopft die Poren“, ist immer noch ein verbreitetes Vorurteil. Wirklich? Hydratisierende Grundierungen geben Deiner Haut Feuchtigkeit, ölfreie kannst Du verwenden bei leicht glänzender Haut. Mit Lichtschutzfaktor versehen, schützt sie vor UV-Strahlen. In Großstädten bietet die Grundierung Deiner Haut zumindest einen gewissen Schutz vor der Luftverschmutzung.
Tipp #1 Wähle die richtige Farbe
Die erste große Hürde ist für viele, die richtige Farbe zu finden. Aber diese Hürde ist klein, wenn Du weißt, wie Du sie nehmen kannst. Gehst Du in ein Geschäft, wirst Du aufgefordert, Dein Handgelenk zu zeigen und danach soll dann die richtige Farbe von der Grundierung ausgewählt werden. Das kann nicht gut gehen! Denn, wo trage ich denn die Grundierung? Wohl doch im Gesicht! Deshalb wählst Du bitte die richtige Farbe nach Deiner Gesichtsfarbe.
Gib ein wenig Grundierung auf Deinen Finger und verreibe sie auf Deiner Wange. Und das machst Du bitte auch, bzw. gerade im Geschäft, natürlich mit einer Probe. Wenn Du jetzt den Eindruck hast, dass Du nicht viel Unterschied zu Deiner Haut siehst, dann ist es genau richtig.
Fehler: Zu dunkel
Gern wird eine zu dunkle Farbe gewählt, da man dann ja angeblich so gut gebräunt aussieht. Aber, Make-up ist kein Bräunungsmittel. Eine zu dunkle Farbe lässt Dich älter aussehen! Der Sinn des Make-ups ist, dass Deine Haut gleichmäßiger erscheint und dadurch frischer.
Manchmal kommt an dieser Stelle die Frage auf, ob man zwei verschiedene Farben braucht. Das kann tatsächlich der Fall sein: Eine Farbe, wenn man blasser ist und eine, wenn man gebräunt ist.
Tipp #2 Wähle das richtige „Werkzeug“
Fürs Auftragen gibt es mehrere Möglichkeiten: Finger, Schwämmchen oder den sogenannten Grundierungspinsel mit der flachen Zunge, siehe Foto. Der Pinsel hat den Vorteil, dass Deine Finger sauber bleiben. Gegenüber dem Schwämmchen verbrauchst Du weniger Material, weil im Schwamm einiges versickert. Den Pinsel bekommst Du im Drogeriemarkt.
Schwämmchen und Pinsel musst Du nicht nach jedem Gebrauch auswaschen. Du bist die einzige, die ihn benutzt, also reinige ihn dann und wann, wenn er mit Grundierung gesättigt ist. Zum Reinigen nimmst Du am besten ganz normale Seife oder Kernseife, aber keine Flüssigseife. Denn mit der bekommst Du die Grundierungsreste nicht gut herausgewaschen.

Tipp #3 Wähle die richtige Konsistenz
Flüssigmake-up, Pudermake-up, Crememake-up – in dieser Reihenfolge wird es immer deckender. Wer normale Haut hat, ohne starke Rötungen, kommt schon mit einem flüssigen Make-up gut zurecht. Alternativ geht auch ein Mousse.
Spare die Augenpartie nicht aus. Dunkle oder gerötete Augenlider werden dadurch aufgehellt und das Auge wirkt sofort wacher. Nebenbei bemerkt, ein Lidschatten hält dann besser.
Ist Deine Grundierung deckender und von der Konsistenz fester, dann verwende für die Augenpartie einen Concealer. Die zarte Haut am Auge verkraftet nur leichte Konsistenzen. Dies gilt umso mehr, je mehr Fältchen vorhanden sind. Hier gilt als Faustregel: Je mehr Fältchen, desto sparsamer mit dekorativer Kosmetik umgehen. Sonst läufst Du Gefahr, dass Du die Fältchen noch verstärkst, da sich die Produkte in die Linien legen. Das gilt auch für das Puder!

Tipp #4 Wähle nur das Gesicht
Vielleicht wunderst Du Dich über diese Überschrift: Wo soll die Grundierung denn sonst sein? Eben nur im Gesicht, aufgetragen bis direkt an die Ohren, den Haaransatz und nur bis direkt unter dem Kieferknochen. Und eben nicht unter dem Kinn und am Hals! Gerade wenn die Farbe falsch gewählt ist, sieht man das Ende der aufgetragenen Grundierung als unschönen Rand vor den Ohren, bzw. vor dem Haaransatz.
Fehler: Grundierung falsch positioniert
„Aber ich muss doch die Farbe am Hals ausstreichen“. Nein! Stimmt die Farbe, musst Du das eben nicht. Gerade jetzt im Herbst/Winter saust Du Dir jedes Tuch, jeden Schal mit Farbspuren ein. Wer will das schon? Und ich habe schon Blusenkragen gesehen mit unschönen Rändern vom Make-up. Macht sich besonders auf hellen Blusen gar nicht gut.
„Aber ich habe unter dem Kinn am Hals einen hellen Fleck“. Auch diesen sog. Sonnenfleck musst Du nicht grundieren. Streiche mit dem Puder darüber, das mildert die Helligkeit.

Tipp #5: Wähle die richtige Technik
Nimm etwas Grundierung auf Dein Schwämmchen, Finger oder Pinsel und verteile es portionsweise auf Stirn, Wangen und Kinn. Du hast jetzt 3-4 “Kleckse” im Gesicht, die Du nun verstreichst. (Auf dem Foto links sieht man den „Klecks“ an Stirn und Wange.)
D.h., Du gibst nicht die volle Portion der Grundierung auf eine Stelle im Gesicht und versuchst dann, alles von hier aus zu verstreichen. Das klappt nicht. Man wird immer sehen, dass Du an dieser Stelle sehr viel/zu viel Grundierung aufgetragen hast.
Von diesen 3-4 Bereichen verstreichst Du dann die Grundierung (Foto rechts).

Tipp #6: Wähle ein Puder
Puder nimmt den Glanz und sorgt dafür, dass die Grundierung länger hält. Der Puderpinsel ist rund gebunden und größer als der Grundierungspinsel. (Ich benutze hier meinen Reisepinsel mit einem kurzen Griff.)
In streichenden oder rollierenden Bewegungen von der Stirn nach unten und von der Nase nach außen. Bei der Farbe richtest Du Dich nach Deiner Grundierungsfarbe oder nimmst transparenten Puder.
Fehler: Zu viel Puder
Wie schon oben beschrieben, spare am Puder dort, wo viele Fältchen sind. Und spare auch an Gesichtspartien, die stärker behaart sind. In beiden Fällen würdest Du durch (zu viel) Puder betonen.

Tipp #7: Wähle keine teuren Produkte
Selbstverständlich kannst Du bekannte, hochpreisige Produkte verwenden. Durch Vergleiche kann man allerdings feststellen, dass teure Produkte von den Inhaltsstoffen her nicht immer gut sind. Du zahlst für den Namen und das Image.
Ein Wort danach
Muss jeder Grundierung verwenden? Natürlich nicht! Ist Deine Haut ebenmäßig, kannst Du Dir die Grundierung sparen. Vielleicht verwendest Du dann nur ein Puder oder eben nichts.
Muss man einen Primer verwenden, einen sog. Voranstrich? Er soll die Haut noch ebenmäßiger erscheinen lassen und dafür sorgen, dass die Grundierung länger hält. Bei mir hat er gar keinen weiteren positiven Effekt. Also, was soll ich sagen? Probiere es mit einem Pröbchen aus.
PS: Mir ist eine flüssige Lesbarkeit wichtig. Sämtliche Personenbezeichnungen beziehen sich deshalb auf alle Geschlechter.