„Im Business wirken nur kalte Farben seriös“ – wirklich?
Back to office – die Zeiten des reinen Homeoffice sind für viele vorbei. Müssen sie doch nun zumindest eine bestimmte Anzahl an Tagen wieder im (auswärtigen) Büro erscheinen. Easy elegance ist angesagt und damit eine seriöse Wirkung, ohne dass es spießig oder verstaubt wirkt.
„Im Business wirken nur kalte Farben seriös“. Von solchen Sätzen, wie letztens gehört, halte ich gar nichts. Zeugen sie doch von einem sehr engen Horizont. Spaß an Klamotten, auch wenn es im Job seriös sein soll, geht.
Ich zeige Dir anhand von 5 Beispielen, wie Du dies auf entspannte Weise umsetzen kannst. Übrigens auch mit warmen Farben! Ich nenne sie die Seriositäts-Faktoren.
Ein Wort vorweg
Seriositäts-faktor #1: großer Farbabstand mit Braun
Als erste Farbkombination im warm tonigen Bereich wähle ich einen dunkelbraunen Anzug – gern noch mit Nadelstreifen, um der Seriosität eine weitere Krone aufzusetzen – kombiniert mit einer cremefarbigen Tunika. Garniert mit dunkelbraunen Hochglanz- oder Lack-Derbys.
Damit es nicht zu steif wird, nimm keine typisch-formelle Business-Bluse. Je nach Deinem Geschmack wähle eine mit einer Schleife oder Schluppe oder Fältelungen oder…

Seriositäts-Faktor #2: großer Farbabstand mit Dunkelblau
„Wieso jetzt Dunkelblau, das ist doch eine kühle Farbe“, wirst Du jetzt vielleicht denken. Die gute Nachricht, jede Farbfamilie (und ich arbeite mit 12 verschiedenen) hat Dunkelblau als Basisfarbe in ihrem Spektrum. Dunkelblau gilt von allen Farben als die seriöseste.
Soll es sehr seriös sein, kombiniert man im warm tonigen Bereich mit Creme, Sand oder Messing. Und eben mal nicht standardmäßig mit Weiß, Hellblau oder Hellgrau.
Darf es etwas lockerer zugehen, nimmt man eine andere helle Farbe aus seinem Farbspektrum, wie Rosa, Pink, Mintgrün oder Zitronengelb aus dem kühlen Bereich. Und Apricot, Orange, Maigrün oder Sonnengelb aus dem warmen Bereich.
Seriositäts-Faktor #3: typische Business-Bekleidung, aber …
Starr und steif war gestern. Darauf haben die meisten keine Lust. Wie schon gesagt, easy elegance ist angesagt. Anzüge, Blazer, Sakkos, Etuikleider bringen die gewünschte Seriosität, aber bequem muss es sein und gern auch aus natürlichen Materialien. Tencel, Leinen, Hanf erobern dabei den Markt.
Seriositätsfaktor #4: Material glatt versus matt
Oberteile aus glattem Material, mit (leichter) Glanzoptik wirken gehobener als aufgeraute, stumpfe Teile. Denke hier an Taft, Seide, Chambray, Viskose.
Seriositätsfaktor #5: Passform
Einer ziegelroten und damit warm tonigen Hose perfekt in Sitz und Länge gebe ich klar den Vorrang vor einer kirschroten und damit kühl tonigen Hose, die an den Oberschenkeln zu weit und an den Beinen zu lang ist.
Ein Wort danach
Je dunkler die Farbe, desto seriöser die Wirkung. Ich kann jedoch eine kühle Farbe wählen, die ja laut obiger Behauptung als seriös gelten soll und trotzdem nicht seriös wirken.
Ein hellblauer Anzug überzeugt mich in puncto Seriosität gegenüber einem kamelfarbenem nicht. Genauso geht es mir mit Rosa, einem kühlen Rot oder Gelb.
Ich hoffe, ich konnte Euch überzeugen, dass die Seriosität in der Bekleidung nicht allein in den Farben liegt.

PS: Mir ist eine flüssige Lesbarkeit wichtig. Sämtliche Personenbezeichnungen beziehen sich deshalb auf alle Geschlechter.