Wie schminke ich meine Augen richtig und was habe ich überhaupt für eine Augenform? Runde Kulleraugen wie bei einem Baby? Klein durch die Brillengläser oder ist es das berühmt-berüchtigte Schlupflid?
Ist das Augenmake-up bisher für Dich mehr Last als Lust? Hier erfährst Du, welche Augenformen es gibt und meine Tipps, wie man diese schminkt.
PS: Dem Schlupflid habe ich einen eigenen kleinen Blogbeitrag gewidmet.
Ein Wort vorweg:
Das „normale“ Auge gilt als ideal und unkompliziert, man kann es schminken, wie man will. (Das kann man natürlich sowieso, aber nicht alles ist günstig.) Aber was heißt schon ideal? Wichtig ist doch, dass ich meine Augenform erkenne und weiß, was ich daraus machen kann.
Wann gilt denn ein Auge als normal? Wo genau befindet sich das bewegliche Lid oder die Wasserlinie? Was ist bitteschön eine Pupillardistanz?
Mein Tipp während Du dies hier liest: Schau zwischendurch in den Spiegel und schau Dir Deine Augenpartie genau an.
Wir sollten vorweg ein paar Begriffe klären. Auf der Zeichnung siehst Du, wo sich was befindet:
1 = das Oberlid/Knochen. Liegt direkt unter Deiner Augenbraue.
2= die Lidfalte (in der Zeichnung die pfirsichfarbene Linie.)
3 = das bewegliche Lid. Klimpere mal mit den Augen. Siehst Du, Du bewegst hier ein Lid.
4 = die Wasserlinie/Augeninnenlid (in der Zeichnung die beigefarbene Linie.) Sie ist ein wenig feucht durch unsere Tränenflüssigkeit.
5 = das Unterlid. Liegt direkt unter dem unteren Wimpernkranz.

Augenform #1: Das normale Auge und das mandelförmiges Auge
Ist Dein bewegliches Augenlid wie auch das Dein Oberlid gut sichtbar? Und das Verhältnis bewegliches Lid zum Oberlid beträgt bei geöffnetem Auge ungefähr 1/3 zu 2/3? Glückwunsch, Du hast die Augenform, bei der Du nichts zu korrigieren hast.
Es gibt verschiedene Möglichkeiten des Schminkens:
Die klassische „Banane“: Hierbei wird die Lidfalte abschattiert, d.h. eingedunkelt und das bewegliche Lid heller geschminkt. Gib den dunklen Lidschatten direkt in und über die Lidfalte bis fast in den inneren Augenwinkel hinein. (Gibst Du ihn nur direkt in die Falte, siehst Du nichts davon.) Nach oben wird die dunkle Farbe verblendet. Wieder so ein Begriff, d.h. Du lässt hier die Farbe sanft auslaufen und nicht mit einer harten Kante enden. Das geht mit dem Pinsel oder Du wischt mit der Fingerkuppe drüber – schwupp ist die Kante verwischt und weich.
Dunkel auf dem beweglichen Lid und in der Lidfalte.

Das „Segel“: hell auf dem beweglichen Lid, dunkel in der Lidfalte und am Oberlid in der Form eines Segels. (Der Begriff ist von mir, findest Du also nicht in der Literatur. Aber ich finde ihn anschaulich.)

Wie gerade beschrieben, aber jetzt ziehst Du die dunkle Farbe noch mit auf den äußeren Bereich des beweglichen Lides.

Du ziehst das Segel, also die dunkle Farbe herunter auf das Unterlid. D.h. das Auge ist vom Lidschatten umrahmt.
Ähnlich wie das normale Auge ist das mandelförmige Auge, nur das die Form einer Mandel ähnelt. Die äußeren Augenwinkel liegen also höher als die inneren. Verbreiterst Du den Kajal/Eyeliner am oberen Wimpernkranz zum äußeren Augenwinkel hin, so verstärkst Du den mandelförmigen Effekt.

Augenform #2: Normales Auge mit großem beweglichen Lid
Das bewegliche Lid ist deutlich größer als das Oberlid. Du schminkst die Lidfalte mit der dunklen Farbe und ziehst diese nach unten auf das bewegliche Lid. Das bewegliche Lid bekommt dadurch ca. nur bis zur Hälfte die helle Farbe. Dieses hat dann sowohl die helle als auch die dunkle Farbe.
Augenform #3: Normales Auge mit kleinem beweglichen Lid
Das bewegliche Lid ist deutlich kleiner als das Oberlid. Du schminkst die Lidfalte mit der dunklen Farbe und ziehst diese nach oben auf das Oberlid. Hier wieder schön verblenden. Das bewegliche Lid wird hell geschminkt.
Augenform #4: Kleine Augen
Du setzt die „Banane“ ein und ziehst die dunkle Farbe seitlich über das Auge hinaus. Gehst dann mit der dunklen Farbe herunter auf das Unterlid. D.h. das Auge ist vom Lidschatten umrahmt und seitlich nach außen gezogen. Je nach Geschmack kannst Du noch einen Highlighter unter die Augenbraue setzen. Ein heller Kajal in der Wasserlinie vergrößert weiterhin.
Augenform #5: Große und hervorstehende Augen
Verwende dunkle Lidschattenfarben für das ganze Auge: bewegliches Lid, Lidfalte, Oberlid. Nur bei dieser Augenform sollte der Kajal bis ins Innere des Augenwinkels gezogen werden und zwar oben am Wimpernkranz als auch auf der Wasserlinie. Und hier kann er gerne schwarz sein. Wird er dann noch in voller Länge auf die Wasserlinie gezogen, wird das Auge verkleinert. Hier ist es ja gewollt. Wähle dunkle und matte Farben, denn der Kontrast zwischen dem beweglichen Lid und dem Oberlid sollte gering sein. Nimm keine hellen und glänzenden Farben (denke an die hell/dunkel-Regel.) Wenn Du schrittweise vorgehst, kannst Du besser kontrollieren, wie dunkel Du es haben möchtest. Dafür trittst Du zwischendurch immer wieder vom Spiegel zurück und betrachtest Dich.
Im Gegensatz zum großen Auge tritt beim hervorstehendem Auge der Augapfel hervor wie bei einer Kuh. Das kommt selten vor und ist leider dann oft krankheitsbedingt. Aber keine Sorge, „normal“ gilt schon lange nicht mehr als ideal. Die Wasserlinie wird auf jedem Fall mit einem dunklen Kajal gemalt.

Augenform #5: Tief liegende Augen
Wenn man einen Finger senkrecht an Wangenknochen und Augenbrauen hält und dabei die Augen offen bleiben können, hat man tiefliegende Augen. Bei geöffnetem Auge ist das bewegliche Lid kaum zu sehen und das Auge liegt tief in der Augenhöhle. Meist geht diese Augenform mit starken Augenschatten einher, die mit einem sog. Concealer (Aufheller) gemildert werden.
Das bewegliche Lid solltest Du stark aufhellen. Die helle Farbe wird dabei bis über die Lidfalte hinaus aufgetragen, also nach oben auf den Knochen. Erst darüber kommen dunkle Farben zum Einsatz in der Bananentechnik. D.h., die dunkle Farbe liegt über der Lidfalte auf dem Oberlid. Setze keine dunkle Farbe in die Lidfalte. Auf das bewegliche Lid kannst Du auch noch mittig einen Highlighter setzen. Da das Auge müde wirkt, nimmt man keine „müden“ Farben wie Taupe, Stein, Grau, sondern lieber Flieder, Rosa, Apricot… . Nimm einen hellen Kajalstrich in der Wasserlinie, das lässt das Auge zusätzlich hervortreten. Da die Augenbrauen sowieso schon hervorstehen, schminkst Du sie am besten nur dezent.
Augenform #6: Abfallende Augen
Die äußeren Augenwinkel liegen tiefer als die inneren. Sie liegen unter der oben erwähnten horizontalen Linie. Die abfallenden Augenwinkel dürfen deshalb nicht stark nachgezeichnet werden, das würde den abfallenden Effekt weiter verstärken. Das bewegliche Lid, vor allem hier aber der äußere Augenwinkel wird abgedunkelt bis nach oben hin zum Oberlid. Verwende eine Farbe für das bewegliche Lid und das Oberlid. Das Oberlid schminkst Du wieder wie ein Segel, das hebt das Auge optisch. Kajal wird nicht bis in den äußeren Augenwinkel gegeben, die horizontale Linie zwischen den Pupillen soll nicht unterschritten werden.
Achte auch auf die Augenbraue: Fällt sie stark ab, empfiehlt es sich, sie hinten etwas zu kürzen. Einen Highlighter kannst Du unter den Brauenbogen setzen. Das hebt das Auge zusätzlich.
Wenn Du das bewegliche Lid hell schminken möchtest, dann nur zur Nase hin. Der Teil zur Schläfe hin sollte also auf jeden Fall abgedunkelt werden.
Augenform #7: Runde Augen
Sie wirken weit geöffnet und etwas puppenhaft, die Iris ist komplett zu sehen („Baby-Augen“). Die horizontale Linie des Auges sollte verstärkt werden, indem Du Kajal und Lidschatten oben und unten seitlich über den äußeren Augenwinkel hinausziehst. Somit wird das Auge optisch zur Seite hin verlängert. Verbreitere den Kajalstrich nach außen hin. Wie sieht Deine Augenbraue aus, beschreibt sie einen runden Bogen? Dann wirkt das Auge noch runder. Versuche, eine leichte Ecke hineinzubringen, eine Form wie ein Dach.
Augenform #8: Eng zueinander stehende Augen
Der Abstand der Augen zur Nase ist klein, der Abstand zur Schläfe hin groß. Die Pupillardistanz ist weniger als 62 mm. Um den Abstand zur Nase hin optisch größer erscheinen zu lassen, wird nicht nur das bewegliche Lid hell geschminkt. Auch die Lidfalte und das Oberlid werden von der Nase bis zur Mitte hell geschminkt. Ab der Mitte bis außen wird dann die Lidfalte und das Oberlid abschattiert, bewusst weiter zur Schläfe hin in Form des Segels. Mit dem Eyeliner/Kajal beginnst Du erst im zweiten Drittel des Auges, d.h. komme nicht zu nah an den inneren Augenwinkel. Wenn Du willst, setze noch einen Highlighterpunkt in den inneren Augenwinkel.
Wenn möglich, „verschiebe“ die Augenbraue etwas nach außen, indem Du den Abstand zwischen beiden Brauen vergrößerst. Du nimmst also hier ein paar Härchen weg und verlängerst die Braue hinten, in dem Du hier ein paar Härchen malst. Und wenn Du es noch perfekter haben willst, betonst Du Augenbraue und Wimpern außen stärker als innen, in dem Du jeweils den äußeren Bereich stärker zeichnest, bzw. tuschst.
Augenform #9: Weit auseinander stehende Augen
Hier verhält sich alles umgekehrt. Der Abstand zur Nase ist groß, der Abstand zur Schläfe hin gering. Die Pupillardistanz ist mehr als 62 mm. Um den Abstand zur Nase hin optisch kleiner erscheinen zu lassen, wird die Lidfalte und das Oberlid von der Nase bis zur Mitte dunkel geschminkt. Ab der Mitte bis außen wird dann die Lidfalte und das Oberlid zusammen mit dem beweglichen Lid hell geschminkt. Pass auf, dass Du am äußeren Augenwinkel mit dem Lidschatten nicht stark nach außen gehst. Mit dem Eyeliner/Kajal beginnst Du schon am inneren Augenwinkel.
Wenn möglich, „verschiebe“ die Augenbraue etwas nach innen, indem Du den Abstand zwischen beiden Brauen verringerst. Du malst also hier ein paar Härchen und verkürzt die Braue hinten, in dem Du hier ein paar Härchen wegnimmst. Und wenn Du es auch hier noch perfekter haben willst, betonst Du Augenbraue und Wimpern innen stärker als außen, in dem Du jeweils den inneren Bereich stärker zeichnest, bzw. tuschst.
PS: Mir ist eine flüssige Lesbarkeit wichtig. Sämtliche Personenbezeichnungen beziehen sich deshalb auf alle Geschlechter.
Augenmake-up, Lust oder Last? Ich hoffe, ich konnte Licht ins Dunkel bringen und Du bekommst jetzt Lust am Schminken Deiner Augen.
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