Ein herzliches Hallo an alle Farbenthusiasten da draußen! In einem Interview sollte ich erklären, warum ich mit Farbtypen nach 12 Jahreszeiten arbeite. Genauer gesagt, mit dem etablierten 12-er System, erweitert durch meine eigene Struktur.
Wir gehen also ein wenig auf Entdeckungsreise durch die Welt der verschiedenen Farbtypen.
Inhalt
Unterschied Farbtypen nach 12 Jahreszeiten mit Struktur
Wie kommt man auf die Struktur?
Warum gerade Farbtypen nach 12 Jahreszeiten?
Wo ist das System im Einsatz?
Fazit, warum ein System von Farbtypen nach 12 Jahreszeiten wählen
Regina, Du arbeitest mit 12 Farbtypen und mit Deiner eigenen Struktur. Jetzt gab es ja schon das 12-er Farbsystem. Wo unterscheidet sich denn Dein System? Was macht es möglicherweise besser?
Stimmt, ich habe das 12-er System nicht erfunden, ihm aber meine Struktur verliehen.
Mein System ist logisch aufgebaut – also für jeden verständlich und gleichzeitig kundenorientiert. Das übliche 12-Farben-System scheint keine einheitliche Struktur zu haben. Da eine Richtlinie fehlt, kommt es zu Verwirrung durch mehrere Varianten und Alternativen sowie die unterschiedliche Bezeichnung ein und derselben Farbfamilie.
Lass mich zunächst erklären, dass jede Farbe, jede Farbfamilie und jeder Mensch drei Eigenschaften hat, die sich auf Haare, Haut, Auge und Augenbrauen beziehen. Hier haben wir Farbe an uns.
Diese Eigenschaften sind Temperatur, Helligkeit und Sättigung.
Ich unterteile jede dieser drei Eigenschaften in 3 Abstufungen und nicht nur in 2, wie es bei anderen Systemen vorkommt. D.h. nicht nur hell – dunkel, warm – kalt, soft – klar. Mein Farbsystem wird also jeweils um eine mittlere Kategorie erweitert. Alles andere wäre mir zu grob und damit zu ungenau.
Außerdem konzentriert sich die Farbberatung im Allgemeinen zu sehr auf die Augenfarbe. Das führt oft in die falsche Richtung. Ich gebe Dir ein Beispiel: Blaue Augen sind kühl tonig. Allerdings kommen sie in 10 der 12 Farbtypen vor, also auch in den warm tonigen Farbtypen. Wenn ich mich nun auf die blauen, kühl tonigen Augen konzentriere und dadurch auf einen kühl tonigen Farbtyp schließe, komme ich auf einen völlig falschen Farbtyp.
Da Haare und Haut die viel größeren Farbträger sind, konzentriere ich mich zunächst auf diese. Innerhalb der Farbfamilie spielen die Augen dann eine Rolle, z.B. ob eine Farbe besonders gut ist, weil sie die Augen noch stärker als die anderen Farben erstrahlen lässt.
Bei den Farbtypen nach 12 Jahreszeiten wird häufig die Sättigung als ausschlaggebendes Merkmal genommen: Es wird entschieden, ob jemand auffällig wirkt, dann hat er starke Kontraste an sich, oder nicht. Das ist mir persönlich zu subjektiv.
Ich konzentriere mich daher in erster Linie auf die Temperatur und auf die Helligkeit. Denn jede Haut und jedes Haar ist entweder warm- oder kalt tonig oder liegt dazwischen. Das hat nichts mit meiner subjektiven Einschätzung zu tun, ist einfach Fakt.
Jede Farbfamilie verfügt bei mir über ein klar definiertes Farbspektrum. Mit Sätzen wie „Als kühl toniger Typ hast du auch eine Tendenz zu warmen Tönen“ kann die Kundin nichts anfangen. Das ist zu ungenau. Für den Kunden muss klar sein, welche warmen Farben er tragen kann, um bei meinem Beispiel zu bleiben.
Wie bist Du auf diese Struktur gekommen?
Sicherlich hat es damit zu tun, dass ich ein strukturierter Mensch bin. Vor vielen Jahren habe ich eine Ausbildung zur differenzierten Farbanalyse absolviert. Der dort verwendete Aufbau war gut, aber nicht bis zu Ende durchdacht. Mir wurde klar, dass die Ergebnisse ohne eine gute Struktur zu ungenau ausfallen, wenn nicht gar falsch. Das entspricht aber nicht meinem Qualitätsanspruch.
Ich habe viele Kunden erlebt, die falsch beraten wurden. Es liegt mir fern, hier irgendwelche Beraterinnen abzuwatschen. Darum geht es überhaupt nicht! Das hat mir aber gezeigt, dass das Training nicht gut genug ist. Ich wollte – und kann – es besser machen. Ich möchte Berater ausbilden, die gute Ergebnisse liefern, Ergebnisse, die ihnen und ihren Kunden Spaß machen. Wer von mir kommt, soll mit Qualität gehen. Abgesehen davon, dass mir das Training Spaß macht, ist das meine große Motivation.
Warum nun gerade die Einteilung der Farbtypen nach 12 Jahreszeiten? Denn es gibt ja auch Systeme mit weniger und mit mehr Farbtypen.
Wenn ich weniger als 12 Farbfamilien habe, kann ich nicht wirklich individuell beraten. Es passiert einfach zu oft, dass Kunden die falschen Farben bekommen.
Nehmen wir das 4-er und das 6-er Farbsystem: Hier gibt es nur um warm und kalt. Entweder bist Du rein warm tonig oder rein kalt tonig. Es gibt da keine Zwischentypen. Jeder Farbtyp hat dementsprechend seine Palette an warmen oder kalten Farben.
Dass jemand bei warm tonigen Haaren kühl tonige Haut haben kann – oder umgekehrt – oder dass Haare und/oder Haut nicht eindeutig warm- oder kühl tonig sind, ist hier nicht vorgesehen.
Lies hierzu gern meinen Beitrag pro und contra 4 Jahreszeiten.
Nehmen wir das 9-er und 10-er System. Hier sind schon 3, bzw. 4 Farbtypen mit warmen und kalten Anteilen enthalten. Das ist schon gut, reicht aber noch nicht ganz.
Nehmen wir die Systeme, die mehr als 12 Farbtypen nach Jahreszeiten haben: 16, 24 oder sogar 48.
Nach meinem Geschmack wird hier der Kunde farblich zu sehr eingeschränkt. Zum Beispiel: Der Kunde kann ein bestimmtes Rosa tragen, aber angeblich kein ähnliches mehr. Das eine Blau geht, aber das, was nur wenig abweicht, nicht mehr. Das Farbspektrum, das man dann noch tragen kann, wird damit unglaublich eng. Damit macht Einkaufen einfach keinen Spaß mehr. Ich will ja mit der Farbberatung nicht versklaven.
Manchmal sollte man sich lieber auf Qualität, statt auf Quantität konzentrieren. Denn zu viel von etwas ist nicht immer das Beste, oder?
Was auch passiert: Wenn man hier die Farbpässe miteinander vergleicht, kann man feststellen, dass einige fast identisch zueinander sind. D.h. die meisten Farben sind gleich. Ganz ehrlich, der Sinn erschließt sich mir nicht.
Mit 12 Farbtypen nach Jahreszeiten habe ich genau die richtige Anzahl Farbfamilien, um individuell zu beraten, ohne dass es unübersichtlich, kompliziert verwirrend oder zu einengend wird. Was eine gute Farbberatung beinhalten sollte, findest Du hier.



In wie vielen Ländern ist Deine Struktur im Einsatz?
Ich liste hier nur die Länder auf, aus denen ich Trainees für meine Farbberatung hatte. Dies sind auf jeden Fall Deutschland, Österreich, Schweiz, Großbritannien, Niederlande, Dänemark, Finnland, Italien, Slowakei, Dubai, Australien, USA, Mexiko, Brasilien.
Was ist Dein Fazit, warum Farbberaterinnen, die bisher mit 4 Farbfamilien arbeiten, oder Stilberater sich mit einer differenzierten Farbanalyse vertraut machen?
Für beide Gruppen gilt, dass sie individueller beraten können.
Einige Kunden spüren, dass, ihr Farbergebnis nach den 4 Jahreszeiten nicht richtig ist. Sie fühlen sich mit „ihren“ Farben nicht wohl und sind von dem Ergebnis enttäuscht. Leider war damit ihre Farbberatung mehr oder weniger sinnlos – sehr, sehr schade.
Immer mehr Kundinnen sind gut informiert und wissen, dass es differenzierte Farbtypen nach Jahreszeiten gibt. Die wünschen sich dann Farbberaterinnen, die wesentlich differenzierter ausgebildet sind.
Stilberater können gute Arbeit leisten. Doch das beste Outfit nützt nichts, wenn die Farbe nicht stimmt. Das Gesamtpaket eines guten Outfits besteht aus Stil und Farbe. Ansonsten ist es nur die halbe Miete. Stell Dir ein wunderschönes Kleid vor, perfekte Passform, perfekte Länge, mit interessantem Design, aber leider lässt es die Trägerin blass aussehen.
Berater, die keine klare Struktur für die Farbberatung erlernt haben, fühlen sich oft unsicher. Das ist ein Grund, weshalb sie mich für eine Weiterbildung buchen.
Vielen, vielen Dank, Regina, für diesen Einblick.
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Fotos. Regina Maass