„Da werd ich ja depressiv“, sagten mir schon etliche meiner Trainees beim Anblick eines alten Herbsttyp-Farbfächers, der mir mal in die Hände fiel. Und ja, ich konnte es verstehen. Die Farben waren so soft und gedämpft, dass man meinen könnte, sie hätten sich freiwillig in einen Keller ohne Licht verkrümelt. Selbst die Rot- und Grüntöne sahen aus, als hätten sie die Sonne seit Wochen boykottiert.

Aber so soll es ja nicht sein! Denn draußen zeigt der Herbst, wie es richtig geht: Goldenes Laub raschelt unter den Füßen, überall leuchten warme Töne – Gold, Rostrot, Kupfer, Ocker. Die Sonne steht tiefer, das Licht wird weicher, alles wirkt ein bisschen ruhiger, gemütlicher. Genau diese Farben – das ganze Spektrum des Herbstlaubs – gehören auch zum Herbsttyp. Warm, erdig, einfach schön.

Deshalb habe ich meinen Farbpass bewusst farbenfroher gestaltet. Er bringt die Herbststimmung ins Spiel, ohne den Typ zu verraten: dunkel, warm, gedeckt – nur ohne Kellerfeeling.

Inhalt

Bezeichnung Herbsttyp – Dark Autumn: Woher stammt sie?

Herbsttyp – Herbsttyp Farben: Haare, Haut, Augen

Herbsttyp: Haarfarben

Herbsttyp Farben: Bekleidung, Schmuck, Make-up

Herbsttyp: Farbkombinationen – Beispiele

Herbsttyp – Herbsttyp Farben: Wirkung, Persönlichkeit

Fazit

Bezeichnung Herbsttyp – Dark Autumn: Woher stammt sie?

Johannes Itten, ein Schweizer Kunstpädagoge, gruppierte Farben der Natur nach den 4 Jahreszeiten. Daraus entstand die Farbberatung nach den vier Jahreszeiten mit dem Frühlings-, Sommer-, Herbst- und Wintertyp.

Ich nenne das gern eine kleine Analogie – denn wie du gleich siehst, sind die Farben des Herbsttyps warmtonig. Nur: Im echten Herbst kann’s draußen schon ziemlich frisch werden, manchmal fast bei null Grad. Also, so ganz wörtlich darf man das mit dem „warm“ nicht nehmen.

Beim differenzierten Farbsystem und der englischen Bezeichnung heißt der Herbsttyp dann Dark Autumn oder auch Deep Autumn.

Herbsttyp – Herbsttyp Farben: Haare, Haut, Augenfarbe

Haarfarbe: dunkelbraun, satt und warmtonig. Das Haar wirkt lebendig und strahlt eine gewisse Wärme aus durch die goldenen, rötlichen oder bronzenen Reflexe, die im Licht leicht schimmern. Im Gegensatz dazu hat ein dunkelbraunes, kühltoniges Haar aschige, rauchige Nuancen, die an Kohle oder dunkle Schokolade ohne Rotstich erinnern.

Hautunterton: Es ist immer ein warmer Unterton: goldbraun, bronzefarben, elfenbeinfarben. Der Herbsttyp bräunt in der Regel gut, manchmal wird er aber auch nur rot.

Augenfarbe: Goldgrün, Petrol, Braun, wie Bernstein, Haselnuss und Schokobraun, seltener Blau.

In unserer Infografik steht der Herbsttyp mit seinen Farben links unten, dargestellt mit dem Herbstlaubblatt.

Du willst wissen, ob Du ein Herbsttyp bist? Neben dem klassischen Herbsttyp, Dark Autumn, unterscheide ich noch in Warm Autumn und Soft Autumn. Dann buche eine Farbberatung, bei mir in Hamburg oder online.

differenzierte Farbberatung 12 farbtypen

Herbsttyp: Haarfarben

Typische Bezeichnungen der Haarfarbe sind Rotbraun, Mahagoni, Rotbuche oder Kastanie, Zimt oder Cayenne. So lauten dann auch die Haarcolorationen.

Apropos graue Haare: Erst mal kannst Du Dich entspannen, denn Herbsttypen ergrauen spät. 60 und bisher nicht grau – kann passieren. Freu Dich! Das Grau des Herbsttyps wirkt im Vergleich zu kühl tonigem Haar weicher. Es wird auch als champagnerfarben bezeichnet. Klingt doch gut, oder?

Und wenn es Dich dann doch erwischt? Entweder bleibst Du bei Deinen Herbsttyp-Farben oder Du kommst in die etwas kühlere Farbfamilie vom Winter-Herbst, auch Deep Winter genannt. Lies dazu gern meinen Beitrag “Graue Haare – stimmen meine Farben noch”.

Herbsttyp Farben: Bekleidung, Schmuck, Make-up

Haare, Haut und Augenfarbe zeigen keinen starken Kontrast zueinander. Deshalb wirken die Farben vom Herbsttyp auch recht soft und erdig.

Deine Basisfarben:

  • Creme, Vanille, Sand,
  • helle bis dunkle Brauntöne,
  • Dunkelblau,
  • Anthrazitblau. (Dem Blau wird so viel Schwarz zugegeben, dass eine sehr gedeckte dunkelblaue Variante entsteht. Man findet diese Farbe häufiger bei Anzügen.)
  • Aubergine – ja genau, wähle doch mal diese Art von Lila als Basisfarbe statt Braun oder Blau,
  • dunkle Grüntöne wie Dunkeloliv, Jagdgrün, Waldgrün.

 

Deine Highlightfarben:

  • Senf und Curry,
  • Kürbis oder gebranntes Orange,
  • Korallenrot, Feuer-, Ziegel- und Weinlaubrot,
  • mittlere Grüntöne wie Avocado und Wacholder.

Wunderst Du Dich über ein paar Farben, die gar nicht so dunkel daherkommen? Wie Korallen- und Feuerrot, Avocado und Wacholdergrün? Das ist pure Absicht, damit es nicht zu düster wird.

 

Vermeide:

  • Schneeweiß,
  • Schwarz,
  • Rosa- und Pinktöne,
  • kühle Grüntöne wie Mint oder Kaki,
  • kühle Rottöne, die ins Pinkige gehen,
  • Grautöne und Silberfarben,
  • sehr leuchtende Farben wie Royalblau, Maigrün, Limette oder Orangerot.

 

Herbsttyp Farben – Schmuck, Brillenrahmen, Edelsteine und Mineralien:

Gelbgold, Rotgold, Bronze, Kupfer und alle Farben der Farbpalette.

Herbsttyp Farben – Make-up:

Deine Farben fürs Make-up ergeben sich aus den oben aufgelisteten Farben. D.h. konkret:

Farben für Lippenstift und Rouge: warme Rottöne.

Farben für Lidschatten: Hier spielt Deine Augenfarbe eine große Rolle. Gold, Creme- und Vanilletöne passen wunderbar zu braunen oder grünen Augen. Da wir als Lidschatten keine Rottöne verwenden wollen (Achtung: Kaninchenauge!) können wir hier mit Pfirsichtönen in eine hellere Variante gehen. Genauso halten wir es mit warmen, hellen Grüntönen zu braunen Augen.

Du willst endlich Deine richtigen Farben wissen? Dann buche eine Farbberatung.

Es geht offline bei mir in Hamburg oder online.

Herbsttyp Farbfaecher
Herbsttyp-Farben Stofffarbpass

Herbsttyp: Farbkombinationen – Beispiele

Du kannst die mittleren und dunklen Basisfarben vom Herbsttyp – Mittel- bis Dunkelbraun und Dunkelblau – zu all den Farben der Abbildung kombinieren. Denk auch an dunkle Grüntöne und Aubergine. Genauso geht es mit den hellen Basisfarben Creme, Vanille und Sand. Farbkombis sind natürlich immer Geschmackssache. Die Farbpässe bekommst Du übrigens in unserem Shop color-style.com.

Frühlingstyp Farben Farbkombination 1
Frühlingstyp Farben Farbkombination 2

Herbsttyp – Herbsttyp Farben: Wirkung, Persönlichkeit

Ja, es sind recht softe, Herbstlaubfarben. Für manche wirken sie sogar etwas schwer.

Aber muss ein Herbsttyp deshalb zwangsläufig ein Naturbursche sein?

Ich kenne die Zuordnung der vier Standard-Farbtypen zur Persönlichkeit. Demnach ist der Herbsttyp der natürliche Typ und auf keinen Fall elegant: Da heißt es dann: Auf den Herbsttyp ist Verlass – er packt an, bleibt pragmatisch und man kann echt „Pferde mit ihm stehlen“. Manchmal ist er ein bisschen stur und hängt an Bewährtem – Neues ausprobiert er eher zögerlich. (So hatte ich es mal lernen sollen bei einer meiner Ausbildungen: Ins linke Ohr rein, ins rechte wieder raus.)

Seufz, ich tue mich schwer damit: Mir ist das zu schematisch. Ich erinnere mich an den Anruf von Claudia: “Ich hatte eine Farbberatung und nun soll ich Holz und Horn tragen, Baumwolle und Leinen und all so ein natürliches Zeug. Ich hasse das!” Oha, das kam von Herzen.

“Ich mag es gern eleganter, bin ein klassischer Typ.” Das darf sein und das geht auch mit den Herbsttyp-Farben:

  • Anzug in dunklerem Braun oder gedecktem Dunkelblau, Top in Creme aus glänzendem Stoff. Und wenn es etwas farbiger oder mutiger sein darf, dann gern eine Tunika in gebranntem Orange oder einem hellen, warmtonigen Grün.
  • Oder im Sommer ist eine kamelfarbene Hose zum cremefarbenen Shirt mit glänzenden, pfirsichfarbenen Sandaletten und dann noch einem pfirsichfarbenen Kettenanhänger zur goldenen Kette schick und hat Hingucker-Effekt.
  • Oder wie wär`s mit einem korallenfarbigen Anzug – das ist alles andere als dumpf, erdig, schwer.

Fazit

Jeder Farbtyp hat etwas Gutes, es gibt keinen besseren oder schlechteren. Du findest, dass Deine Herbstpalette zu viele Brauntöne hat? Dann mach dunkle Blautöne, Aubergine, Rotbraun und dunkle Grüntöne zu Deinen Basisfarben. Setz die Brauntöne nur spärlich ein. Und erinnere Dich: Herbsttypen ergrauen spät! Glaub mir, darum werden Dich viele beneiden.

Fotos: Regina Maass