Wenn das Augenweiß trügt – klassische Fehler in der Farbberatung
Ich habe eine Freundin. Ihr Augenweiß ist so strahlend wie frisch gebleichte Bettlaken im Sommerwind. Und sie hat blaue Augen. Du denkst, glasklar: Ein Wintertyp.
Nein. Ganz und gar nicht.
Sie ist ein Soft Summer. Gedämpfte Farben, viele Blau-Grüntöne – Meerestöne, wie ich immer sage – und sie sieht harmonisch aus. Hätte ich mich vom Augenweiß und der Augenfarbe leiten lassen, hätte ich ihr die Farben des Cool Winter auf den Leib gelegt – tiefes Schwarz, klares Weiß, knalliges Pink. Und das hätte sie komplett überlagert. Ihre Gesichtszüge wären hart geworden.
Erst später kam heraus: Dieses strahlende Augenweiß hat eine medizinische Ursache. Eine seltene Krankheit.
Was lehrt uns das? Bloß nicht vorschnell urteilen – und nicht nach simplen Regeln wie „blauäugig = kühler Typ“ beraten.
Denn genau das ist einer der klassischen Fehler in der Farbberatung.
Hier sind die klassischen Fallen, in die man als Beraterin – oder auch als Kundin – tappen kann:
Inhalt
- Klassische Fehler in der Farbberatung: Augen mit Augenweiß
- Eigener Geschmack
- Klassische Fehler in der Farbberatung: Vorinformationen beeinflussen
- Erwartungsbrille
- Klassische Fehler in der Farbberatung: Falsches Licht
- Bunte Umgebung
1. Klassischer Fehler in der Farbberatung: Augen mit Augenweiß
Er begegnet mir immer wieder: Das ist der klassische Fehler in der Farbberatung. Du konzentrierst dich zu sehr auf Augenweiß oder Augenfarbe.
Blaue Augen = kühltoniger Typ? Schön wär’s. Ich arbeite mit 12 Farbtypen – und blaue Augen gibt’s bei mindestens zehn davon.
Auch warmtonige Augen sind kein Garant für warmtonige Farbtypen.
Die beiden wichtigsten Farbträger sind: Haut und Haare.
Spielen die Augen denn gar keine Rolle?
Selbstverständlich! Innerhalb des Farbtyps entscheiden sie, welche Farben besonders gut zu Gesichte stehen. Oder ob ich eine Farbe hinzunehmen kann, die sonst gar nicht im Farbspektrum enthalten ist. Das sind ganz wichtige Aspekte.

2. Eigener Geschmack
Du verlässt dich auf deinen eigenen Geschmack. Ob Beraterin oder Kundin – was dir gefällt, muss dir oder anderen nicht stehen. Wieder so ein klassischer Fehler in der Farbberatung.
Mag sein, dass du kräftiges Bordeaux liebst – aber wenn es dir die Frische aus dem Gesicht saugt, nützt die Liebe wenig.
Die Farben müssen zu dir passen, nicht in dein Wohnzimmer.
Du willst eine Farbberatung, in der nicht mein Geschmack zählt, sondern deine Haut, Haare und Augenfarbe? Dann schau mal hier.
3. Klassischer Fehler in der Farbberatung: Vorinformationen beeinflussen
Du lässt dich von Vorinformationen beeinflussen. In etwa so: „Alle sagen, ich bin ein Sommertyp.“ Oder: „Ich trag immer Oliv, das steht mir sicher.“
Was passiert? Dein Gehirn sucht nach Bestätigung. Du siehst, was du erwartest. Alles andere wird dann gerne ausgeblendet.
Farbberatung ist aber keine Wunschliste, sondern eine gute Analyse.
4. Erwartungsbrille
Du schaust durch die Erwartungsbrille.
Rote Haare? Das muss ein Herbsttyp sein. Und zack – suchst du nur noch nach Hinweisen, die das bestätigen. Aber rote Haare gibt’s auch bei Frühlingstypen.
Oder: “Seht aus wie ein Sommer” – und alle Analysetücher werden so interpretiert.
Dieser “Erste-Eindruck-Fehler” gehört auch mit zu den klassischen Fehlern in der Farbberatung, die schnell zu Fehleinschätzungen führen.
Du willst eine Farbberatung, die dich nicht schnell – zack, zack – berät, sondern sich Zeit nimmt? Nach 20+ Jahren in der Beratung brauche ich nicht mehr auf Tempo zu arbeiten. Komm zu mir nach Hamburg, oder es geht auch online.
5. Klassischer Fehler in der Farbberatung: Du analysierst bei schlechtem Licht.
Gelbliches Licht verändert die Farbwahrnehmung massiv. Was neutral aussieht, wirkt plötzlich warm.
Tageslicht ist Pflicht – sonst wird es keine saubere Analyse. Ob mobil unterwegs oder fest im Studio, man sollte immer mit Tageslichtlampen arbeiten. Die haben 5500 K.
6. Bunte Umgebung
Du arbeitest mit bunten Wänden oder Kleidung.
Wenn im Raum alles bunt ist – oder du selbst ein leuchtend rotes Oberteil trägst oder ein buntes Kleid, wie auf dem Foto –, wirkt das wie ein Filter über der Kundin.
Eine Farbberatung braucht visuelle Ruhe, sonst spielen die Augen verrückt.
Die Lösung: heller Umhang, neutrale Umgebung.
Bei der Beratung trage ich immer ein helles, neutrales Oberteil und lege der Kundin oder dem Kunden einen neutralen hellgrauen Umhang um. So lenkt uns keine Farbe ab.
Und am besten sind auch Wandfarben, die man vor sich und im Spiegel sieht, neutral und hell.
Foto: KI

Fazit:
Klassische Fehler in der Farbberatung passieren schneller, als man denkt.
Deshalb arbeite ich mit einer klaren, aber flexiblen Struktur. Und schaue genau hin – nicht nur aufs Augenweiß.
Denn gute Farbberatung ist keine Bauchentscheidung. Sie ist strukturiert – und manchmal überraschend, kann sie doch verblüffend passende Ergebnisse bringen. Und Spaß!
Und wenn du noch Ähnliches darüber lesen willst, empfehle ich dir meinen Blogbeitrag über die 7 Mythen zur Farbberatung.
Foto: Regina Maass und KI